Rasen wässern
Richtig bewässern für einen tiefgrünen Rasen ohne Wasserverschwendung
Richtiges Wässern ist im Sommer die wichtigste Pflegemaßnahme für den Rasen. Viele Gartenbesitzer gießen zu oft und zu wenig – mit dem Ergebnis flacher Wurzeln und eines anfälligen Rasens. Die goldene Regel lautet: lieber selten und durchdringend als häufig und oberflächlich. So fördern Sie tiefes Wurzelwachstum und einen widerstandsfähigen Rasen.
Die Grundregel: Tief und selten wässern
Ein gesunder Rasen benötigt etwa 15 bis 20 mm Wasser pro Woche – das entspricht 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter. Verteilen Sie diese Menge auf ein bis zwei Bewässerungsgänge, nicht auf tägliche kleine Gaben.
Tiefes Wässern fördert das Wurzelwachstum in tiefere Bodenschichten. Gräser mit tiefen Wurzeln überstehen Trockenphasen deutlich besser. Tägliches oberflächliches Gießen bewirkt das Gegenteil: Die Wurzeln bleiben flach, und der Rasen wird abhängig von ständiger Bewässerung.
Stellen Sie ein Gefäß (z. B. ein Marmeladenglas) auf den Rasen, während Sie wässern. Wenn sich 15–20 mm Wasser gesammelt haben, ist die Fläche ausreichend bewässert.
Der beste Zeitpunkt zum Wässern
Wässern Sie Ihren Rasen am besten morgens zwischen 6 und 9 Uhr. Zu dieser Tageszeit ist die Verdunstung gering, der Wind meist schwach und das Wasser kann in Ruhe in den Boden einziehen, bevor die Mittagshitze einsetzt.
Abendliches Wässern ist die zweitbeste Option, birgt aber ein Risiko: Der Rasen bleibt über Nacht feucht, was Pilzkrankheiten begünstigt. Vermeiden Sie Bewässerung in der Mittagshitze – bis zu 50 % des Wassers verdunstet ungenutzt. Automatische Bewässerungssysteme mit Zeitschaltuhr erleichtern das morgendliche Wässern erheblich.
Wässern Sie nicht in der prallen Mittagssonne. Neben der hohen Verdunstung können Wassertropfen auf den Halmen wie Brenngläser wirken und das Gras verbrennen.
Wann muss ich wässern? Zeichen für Wassermangel
Ihr Rasen zeigt Ihnen deutlich, wenn er Wasser braucht. Das erste Anzeichen: Die Grashalme rollen sich leicht ein und nehmen einen bläulich-grauen Farbton an, statt sattgrün zu sein. Ein weiteres Zeichen ist der Fußabdrucktest – wenn Sie über den Rasen laufen und die Halme sich nicht wieder aufrichten, fehlt Feuchtigkeit.
Handeln Sie bei diesen Anzeichen sofort, denn in dieser Phase kann sich der Rasen noch gut erholen. Wird der Rasen gelb und strohig, ist der Wassermangel bereits fortgeschritten. Auch dann erholt er sich meist, braucht aber deutlich länger.
Stechen Sie mit einem Schraubenzieher in den Boden. Geht er leicht 10–15 cm tief hinein, ist genug Feuchtigkeit vorhanden. Müssen Sie drücken, wird es Zeit zu wässern.
Wässern nach Klimazone in Deutschland
Deutschland hat unterschiedliche Klimazonen, die den Wasserbedarf beeinflussen. In ozeanisch geprägten Regionen (Nordwesten) regnet es häufiger und der Rasen braucht meist nur in langen Trockenphasen zusätzliches Wasser.
In gemäßigten Lagen (Mitte und Westen) ist regelmäßiges Wässern im Sommer alle 3–4 Tage üblich. Kontinental geprägte Gebiete (Osten) erleben heißere, trockenere Sommer und brauchen häufigere Bewässerung. Alpine Regionen (Süden) haben zwar mehr Niederschlag, aber durch Hanglagen fließt Wasser schnell ab, sodass gezielte Bewässerung nötig sein kann.
Installieren Sie einen einfachen Regenmesser im Garten. So wissen Sie genau, wie viel Niederschlag gefallen ist und wie viel Sie zusätzlich wässern müssen.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich den Rasen im Sommer gießen?+
Bei normalen Sommertemperaturen reicht ein- bis zweimal pro Woche mit je 15–20 mm Wasser. Bei extremer Hitze über 35 °C kann alle zwei bis drei Tage nötig sein. Beobachten Sie die Zeichen für Wassermangel.
Kann ich den Rasen mit Regenwasser wässern?+
Ja, Regenwasser ist sogar ideal für den Rasen. Es ist kalkfrei, hat den richtigen pH-Wert und schont den Geldbeutel. Eine Regentonne oder Zisterne lohnt sich für jeden Gartenbesitzer, besonders in Regionen mit harten Leitungswasser.
Mein Rasen wird trotz Wässern gelb – was tun?+
Gelber Rasen trotz Bewässerung kann auf Nährstoffmangel, Pilzbefall oder Überwässerung hindeuten. Prüfen Sie den Boden: Ist er matschig, wässern Sie zu viel. Ist er trotz Gießen trocken, könnte verdichteter Boden das Wasser am Eindringen hindern.
Lohnt sich ein automatisches Bewässerungssystem?+
Ab einer Rasenfläche von 100 m² kann sich eine automatische Bewässerung lohnen. Einfache Systeme mit Zeitschaltuhr und Viereckregner kosten ab 50 €. Versenkbare Systeme sind komfortabler, kosten aber 1.000–3.000 € je nach Gartengröße.
Schadet es dem Rasen, wenn ich im Urlaub nicht wässere?+
Die meisten Rasengräser überstehen zwei bis drei Wochen ohne Wasser. Der Rasen wird braun, erholt sich aber nach Regen oder Bewässerung innerhalb von zwei Wochen. Bitten Sie dennoch Nachbarn, bei langer Hitzeperiode einmal pro Woche zu wässern.
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