Rasen nachsäen
Kahle Stellen ausbessern und die Grasnarbe verdichten
Kahle Stellen im Rasen entstehen durch Trockenheit, starke Beanspruchung, Krankheiten oder nach dem Vertikutieren. Mit einer gezielten Nachsaat schließen Sie diese Lücken schnell und verhindern, dass sich Unkraut oder Moos an den offenen Stellen breit macht. Die Nachsaat ist unkompliziert und gelingt mit der richtigen Vorbereitung auch Anfängern problemlos.
Der beste Zeitpunkt für die Nachsaat
Der optimale Zeitraum für die Rasen-Nachsaat liegt zwischen Mitte August und Ende September. In dieser Zeit ist der Boden noch warm genug für eine schnelle Keimung, während die zunehmende Feuchtigkeit und kühlere Nachttemperaturen das Wachstum fördern.
Alternativ können Sie im Frühjahr zwischen April und Mai nachsäen, wenn die Bodentemperatur über 10 °C liegt. Vermeiden Sie die Sommermonate: Hitze und Trockenheit machen eine gleichmäßige Keimung schwierig und erfordern intensives Wässern.
Kombinieren Sie die Nachsaat mit dem Vertikutieren im Frühjahr oder Herbst. Nach dem Vertikutieren hat der Samen optimalen Bodenkontakt.
Schritt für Schritt nachsäen
So gelingt die Nachsaat in sechs Schritten:
1. Mähen Sie den vorhandenen Rasen auf 3–4 cm kurz. 2. Rauen Sie die kahlen Stellen mit einem Rechen oder einer Harke auf, damit der Samen Bodenkontakt bekommt. 3. Verteilen Sie 15–20 g Rasensamen pro Quadratmeter gleichmäßig auf den kahlen Stellen. 4. Drücken Sie den Samen leicht an – mit einer Walze, einem Brett oder den Füßen. 5. Bedecken Sie die Saat optional mit einer dünnen Schicht Rasenerde (3–5 mm). 6. Wässern Sie die nachgesäten Stellen sofort gründlich und halten Sie sie in den nächsten zwei bis drei Wochen konstant feucht.
Verwenden Sie keinen Dünger mit Unkrautvernichter in Kombination mit Nachsaat. Die Herbizide verhindern auch die Keimung der Rasensamen.
Welchen Rasensamen für die Nachsaat verwenden?
Verwenden Sie für die Nachsaat idealerweise die gleiche Rasenmischung wie beim ursprünglichen Rasen, damit ein einheitliches Erscheinungsbild entsteht. Wenn Sie die Originalsorte nicht kennen, ist die RSM 2.2 (Gebrauchsrasen – Trockenlage) eine gute universelle Wahl.
Achten Sie unbedingt auf das RSM-Siegel (Regel-Saatgut-Mischung). Diese Mischungen sind geprüft und enthalten bewährte Gräsersorten. Spezielle Nachsaat-Mischungen keimen besonders schnell, da sie einen hohen Anteil an Deutschem Weidelgras enthalten, das bereits nach 7–10 Tagen aufgeht.
Bewahren Sie bei der Neuanlage immer eine Packung des verwendeten Saatguts auf. So können Sie bei späteren Nachsaaten exakt die gleiche Mischung verwenden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis die Nachsaat keimt?+
Deutsches Weidelgras in Nachsaat-Mischungen keimt nach 7–10 Tagen. Bis sich eine geschlossene Grasnarbe bildet, vergehen etwa vier bis sechs Wochen. Halten Sie die Fläche in dieser Zeit gleichmäßig feucht.
Kann ich Nachsaat und Dünger gleichzeitig ausbringen?+
Ja, ein leichter Startdünger kann gleichzeitig mit der Nachsaat ausgebracht werden. Verwenden Sie jedoch keinen Dünger mit Unkrautvernichter, da dieser die Keimung der Rasensamen verhindert. Ein phosphorbetonter Startdünger fördert die Wurzelbildung.
Muss ich die nachgesäten Stellen absperren?+
Idealerweise ja – schützen Sie die Stellen mindestens vier Wochen vor Betritt und Belastung. Bei Familien mit Kindern oder Haustieren reicht es oft, die größten Stellen mit Stöcken und Schnur zu markieren, damit sie umgangen werden.
Warum wächst an manchen Stellen gar kein Gras?+
Ursachen können verdichteter Boden, Staunässe, starker Schatten oder Wurzeldruck durch Bäume sein. Lockern Sie verdichteten Boden mit einer Grabegabel, verbessern Sie die Drainage mit Sand und wählen Sie für schattige Stellen eine Schattenrasen-Mischung.
Kann ich im Oktober noch nachsäen?+
Anfang Oktober bei Bodentemperaturen über 10 °C ist noch möglich. Später wird es riskant, da die Keimlinge vor dem ersten Frost nicht robust genug werden. Warten Sie im Zweifel lieber bis zum nächsten Frühjahr – April bis Mai ist ebenfalls ein guter Zeitpunkt.
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