Rasen säen
Vom Saatgut zum perfekten Grün – Anleitung für die Rasenaussaat
Die Rasenaussaat ist der günstigste Weg zu einem schönen Grün. Mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Zeitpunkt und hochwertigem Saatgut gelingt die Anlage auch Anfängern problemlos. Entscheidend sind eine gründliche Bodenvorbereitung und konsequente Bewässerung in den ersten Wochen. In dieser Anleitung erfahren Sie alles, was Sie für eine erfolgreiche Aussaat wissen müssen.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Rasen säen?
Der optimale Zeitpunkt für die Rasenaussaat ist Ende August bis September. Die Bodentemperatur ist noch hoch, die Nächte werden kühler und es fällt häufiger Niederschlag – ideale Keimbedingungen.
Der zweitbeste Zeitpunkt ist April bis Mai, wenn der Boden sich auf mindestens 10 °C erwärmt hat. Vermeiden Sie die Aussaat im Juni und Juli: Hitze und Trockenheit machen eine gleichmäßige Keimung fast unmöglich und erfordern enormen Bewässerungsaufwand.
Prüfen Sie die Bodentemperatur in 5 cm Tiefe. Für eine zuverlässige Keimung der meisten Gräserarten sollte sie dauerhaft über 10 °C liegen.
Bodenvorbereitung – das A und O
Eine gründliche Bodenvorbereitung ist der wichtigste Schritt für einen erfolgreichen Rasen. Gehen Sie wie folgt vor:
1. Entfernen Sie Unkraut, Steine und alte Pflanzenreste von der Fläche. 2. Graben Sie den Boden 15–20 cm tief um oder fräsen Sie ihn. 3. Arbeiten Sie bei schwerem Boden Sand ein (5–10 l/m²), bei sandigem Boden Kompost. 4. Ebnen Sie die Fläche mit einem Rechen und beseitigen Sie Mulden. 5. Walzen Sie den Boden leicht an, damit er sich setzt. 6. Warten Sie idealerweise 2–3 Wochen, um aufkeimendes Unkraut zu entfernen.
Säen Sie nicht auf verdichteten oder staunassen Boden. Ohne Drainage wird der Rasen nie gut gedeihen.
Wie viel Rasensamen brauche ich?
Die richtige Saatmenge hängt vom Zweck ab. Für eine Neuanlage rechnen Sie mit 30 bis 40 g Rasensamen pro Quadratmeter. Bei einer Nachsaat bestehender Rasenflächen reichen 15 bis 20 g pro Quadratmeter.
Verwenden Sie ausschließlich RSM-zertifiziertes Saatgut (Regel-Saatgut-Mischung). Diese Mischungen sind geprüft und enthalten hochwertige Gräserarten. Billigsaatgut vom Discounter enthält oft minderwertige Sorten, die schnell wachsen, aber keinen dichten Rasen bilden und anfällig für Krankheiten sind.
Teilen Sie die Saatmenge in zwei Hälften: Verteilen Sie die erste Hälfte längs und die zweite quer über die Fläche. So erzielen Sie eine gleichmäßige Verteilung.
Säen und erste Pflege
Verteilen Sie die Samen gleichmäßig mit einem Streuwagen oder von Hand. Arbeiten Sie die Saat leicht mit einem Rechen ein – die Samen sollten Bodenkontakt haben, aber nicht tiefer als 0,5–1 cm liegen. Walzen Sie die Fläche anschließend leicht an.
In den ersten drei bis vier Wochen ist konsequentes Wässern entscheidend. Halten Sie die obere Bodenschicht stets feucht, ohne Staunässe zu erzeugen. Wässern Sie zwei- bis dreimal täglich kurz (5–10 Minuten), statt einmal lang. Die Keimung beginnt je nach Gräserart nach 7 bis 21 Tagen.
Betreten Sie die frisch gesäte Fläche nicht! Jeder Fußabdruck hinterlässt Spuren und stört die gleichmäßige Keimung.
Der erste Rasenschnitt
Wenn die Grashalme eine Höhe von 8 bis 10 cm erreicht haben, ist es Zeit für den ersten Schnitt. Kürzen Sie den Rasen auf 5 bis 6 cm – nicht tiefer! Achten Sie auf ein scharfes Mähermesser, um die jungen Halme sauber zu schneiden statt sie herauszureißen.
Mähen Sie bei trockenem Wetter und vermeiden Sie die Mittagshitze. In den ersten Wochen nach dem ersten Schnitt sollten Sie den Rasen nicht kürzer als 4 cm mähen. Erst nach etwa sechs bis acht Wochen ist die Grasnarbe stabil genug für normales Mähen.
Fahren Sie beim ersten Mähen langsam und mit hoher Schnitthöhe. Senken Sie die Schnitthöhe erst über mehrere Durchgänge schrittweise ab.
Häufige Fragen
Kann ich Rasen auch im Oktober noch säen?+
Anfang Oktober ist gerade noch möglich, wenn die Bodentemperatur über 10 °C liegt. Spätere Aussaat ist riskant, da die Keimlinge vor dem ersten Frost nicht mehr kräftig genug werden. Warten Sie im Zweifel lieber bis zum nächsten Frühjahr.
Wie lange dauert es, bis der Rasen keimt?+
Die Keimzeit hängt von der Gräserart ab. Deutsches Weidelgras keimt nach 7–10 Tagen, Rotschwingel nach 10–14 Tagen und Wiesenrispe nach 14–21 Tagen. Mischungen keimen deshalb über einen Zeitraum von mehreren Wochen.
Muss ich Rasensamen mit Erde bedecken?+
Die Samen sollten leicht eingeharkt werden, damit sie Bodenkontakt haben. Eine dünne Schicht Rasenerde (3–5 mm) verbessert die Keimung, ist aber nicht zwingend nötig. Wichtig ist, dass die Samen nicht frei auf der Oberfläche liegen.
Warum keimt mein Rasen fleckig?+
Ungleichmäßige Keimung hat meist drei Ursachen: ungleichmäßige Saatverteilung, unterschiedliche Bodenbeschaffenheit oder ungleichmäßige Bewässerung. Säen Sie kahle Stellen nach und achten Sie auf gleichmäßiges Wässern der gesamten Fläche.
Welche Rasenmischung ist die beste?+
Für die meisten Hausgärten empfiehlt sich RSM 2.3 (Gebrauchsrasen – Spielrasen). Er ist strapazierfähig und pflegeleicht. Für schattige Bereiche wählen Sie RSM 7.4 (Landschaftsrasen – Halbschatten). Achten Sie immer auf das RSM-Siegel.
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