Sommer · 6 Min. · Einsteiger

Wie viel Wasser braucht ein Rasen pro Woche und Quadratmeter?

15 bis 20 Liter je Quadratmeter pro Woche als Richtwert

Wie viel Wasser ein Rasen wirklich braucht, überrascht viele: Als Richtwert gelten 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter und Woche in der Wachstumszeit. Aufgeteilt sind das meist ein bis zwei durchdringende Gaben. Der genaue Bedarf hängt aber von der Bodenart, vom Wetter und vom Rasentyp ab, und diese drei Faktoren schauen wir uns genauer an.

Auf einen Blick

MerkmalEmpfehlung
ZeitpunktFrühmorgens
Häufigkeit1 bis 2 Mal pro Woche
WerkzeugRegenmesser zur Mengenkontrolle
Dauer15 bis 20 Liter je Quadratmeter pro Woche

Der Wochenbedarf als Ausgangspunkt

Ein gesunder Zier- oder Gebrauchsrasen benötigt in der Hauptwachstumszeit etwa 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche. Diese Menge deckt sowohl die Verdunstung als auch das ab, was die Gräser für ihr Wachstum verbrauchen.

Verteilt wird dieser Bedarf auf ein bis zwei Gaben pro Woche mit jeweils rund 10 bis 15 Litern pro Quadratmeter. Ein Teil davon kommt an vielen Standorten ohnehin durch Regen, sodass Sie nur die Differenz nachgeben müssen. Der Wochenwert ist also eine Obergrenze für das, was Sie insgesamt bereitstellen sollten, nicht die Menge, die Sie zwingend selbst gießen.

Die Bodenart verschiebt den Bedarf

Sandige Böden speichern nur wenig Wasser und geben es rasch nach unten ab. Hier ist es sinnvoll, die Wochenmenge auf mehrere kleinere Gaben zu verteilen und tendenziell häufiger zu wässern, weil eine große Gabe zu schnell versickert.

Tonige und lehmige Böden nehmen Wasser dagegen nur langsam auf, halten es dann aber lange. Sie können hier die Wochenmenge in einer ruhigen, langen Gabe ausbringen, sollten aber Pausen einlegen, damit das Wasser einsickert statt oberflächlich abzulaufen. Der Wochenbedarf bleibt ähnlich, nur die Verteilung ändert sich.

Tipp

Wer den Boden nicht kennt, macht die Fingerprobe: Sandiger Boden rieselt, lehmiger lässt sich zu einer Wurst formen.

Wetter und Jahreszeit als Stellschraube

Der reale Bedarf schwankt stark mit dem Wetter. An heißen, trockenen und windigen Tagen liegt er am oberen Ende der Spanne oder darüber, weil viel Wasser verdunstet. In kühlen, bewölkten Phasen sinkt er deutlich.

Auch die Jahreszeit zählt: Im Hochsommer ist der Bedarf am höchsten, im Frühjahr und Herbst deckt der Niederschlag oft schon einen großen Teil. Rechnen Sie Regen immer mit ein und ziehen Sie ihn von der Wochenmenge ab, statt zusätzlich zu wässern.

Achtung

Zählen Sie den Regen mit. Wer die volle Wochenmenge trotz Niederschlag gießt, riskiert Staunässe und Wurzelfäule.

Der Rasentyp spielt mit

Nicht jeder Rasen hat denselben Durst. Ein feiner Zierrasen mit flach wurzelnden Gräsern reagiert empfindlicher auf Trockenheit und braucht eher regelmäßig Wasser. Strapazierrasen und Sport-Rasen-Mischungen sind oft robuster.

Besonders trockenheitstolerant sind spezielle Dürre-Mischungen mit tief wurzelnden Gräsern, die längere Trockenphasen besser überstehen. Wer einen solchen Rasen hat oder neu anlegt, kommt mit weniger Zusatzwasser aus. Der genannte Richtwert gilt für den klassischen Gebrauchsrasen.

So ermitteln Sie Ihren eigenen Bedarf

Statt sich allein auf Richtwerte zu verlassen, beobachten Sie Ihren Rasen. Bleiben Fußspuren länger sichtbar oder verfärben sich die Halme graugrün, braucht er mehr Wasser. Ein sattgrüner, elastischer Rasen zeigt, dass die Menge passt.

Um die 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter praktisch umzusetzen, hilft der Aufstell-Test mit einem Gefäß oder unser Bewässerungs-Rechner, der aus Fläche und Zielmenge die passende Wassermenge ableitet. So verbinden Sie den Richtwert mit den echten Bedingungen in Ihrem Garten.

Tipp

Ein Bodenfeuchtemesser oder der einfache Spatenstich zeigt, wie tief das Wasser wirklich gereicht hat.

Häufige Fragen

Sind 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter nicht sehr viel?

Auf die ganze Woche gerechnet ist das ein üblicher Wert für die Wachstumszeit. Ein guter Teil kommt oft durch Regen zusammen, sodass Sie meist nur die Differenz nachgeben müssen.

Braucht sandiger Boden mehr Wasser als lehmiger?

Sandiger Boden braucht nicht unbedingt mehr Gesamtwasser, aber häufiger kleinere Gaben, weil er Wasser schlecht speichert. Lehmiger Boden hält Wasser länger, nimmt es aber langsamer auf.

Wie viel Wasser braucht der Rasen im Winter?

Im Winter ruht der Rasen, sein Bedarf ist minimal, und in der Regel müssen Sie gar nicht wässern. Die genannten Richtwerte gelten für die Wachstumszeit im Frühjahr, Sommer und Herbst.

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Gärtnermeister & Rasenpflege-Experte

Bernd Sattler schreibt bei Rasensaison über die Praxis: mähen, wässern, düngen, vertikutieren, nachsäen. Er beantwortet die Fragen, die im Garten wirklich auftauchen, und nennt lieber eine Menge in Millimetern als einen Ratschlag ohne Maß.

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