Rasen nach der Hitzewelle retten: Wässern, warten, nachsäen
Die richtige Reihenfolge aus Wässern, Warten und schonendem Mähen
Ist die Hitzewelle überstanden, wollen viele den ausgetrockneten Rasen so schnell wie möglich wieder auf Vordermann bringen. Doch Aktionismus schadet mehr, als er nützt. Die Erholung folgt einer klaren Reihenfolge, die dem Gras Zeit gibt, aus den Wurzeln neu auszutreiben. Wer die Schritte in der falschen Reihenfolge angeht, verzögert die Regeneration.
- Auf einen Blick
- Schritt eins: durchdringend wässern
- Schritt zwei: auf den Austrieb warten
- Schritt drei: erst dann mähen
- Schritt vier: Nachsaat erst im Spätsommer
- Was Sie jetzt unbedingt vermeiden sollten
- Häufige Fragen
Auf einen Blick
| Merkmal | Empfehlung |
|---|---|
| Zeitpunkt | Direkt nach der Hitzewelle beginnen |
| Häufigkeit | Wässern 1 bis 2 Mal pro Woche durchdringend |
| Werkzeug | Rasensprenger, Messbecher, Rasenmäher |
| Dauer | Erholung 1 bis 3 Wochen bis zum Austrieb |
Schritt eins: durchdringend wässern
Der erste und wichtigste Schritt ist eine durchdringende Wassergabe. Geben Sie 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter, damit das Wasser bis in die tieferen Bodenschichten vordringt und die Wurzeln erreicht. Oberflächliches Besprengen bringt nach einer Hitzewelle wenig, weil die obersten Zentimeter schnell wieder abtrocknen.
Wässern Sie früh am Morgen, wenn die Verdunstung gering ist und der Boden das Wasser gut aufnehmen kann. Bei stark ausgetrocknetem Boden hilft es, in zwei Etappen zu gießen, damit das Wasser nicht oberflächlich abläuft, sondern einsickert.
Stellen Sie ein leeres Behältnis auf den Rasen und messen Sie, wie lange der Rasensprenger für 15 Liter pro Quadratmeter braucht. So kennen Sie Ihre Wassermenge genau.
Prüfen Sie zuerst, ob bei Ihnen ein Bewässerungsverbot gilt. In über 40 Landkreisen ist die Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen derzeit eingeschränkt, bevor Sie den Sprenger aufstellen.
Schritt zwei: auf den Austrieb warten
Nach den ersten durchdringenden Wassergaben braucht der Rasen Zeit. Aus dem Wurzelstock schiebt das Gras nach und nach neue grüne Halme, sobald es kühler und feuchter wird. Diese Phase dauert in der Regel ein bis drei Wochen.
Widerstehen Sie in dieser Zeit dem Drang, bereits zu mähen oder zu düngen. Der Rasen investiert seine Energie gerade in den Neuaustrieb und ist noch nicht belastbar. Gießen Sie stattdessen weiterhin ein bis zwei Mal pro Woche durchdringend und beobachten Sie, wie sich die grünen Zonen ausbreiten.
Schritt drei: erst dann mähen
Erst wenn der Rasen sichtbar neu ausgetrieben ist und wieder aktiv wächst, dürfen Sie zur Mähmaschine greifen. Stellen Sie die Schnitthöhe auf vier bis fünf Zentimeter ein. Längere Halme beschatten den Boden, halten die Feuchtigkeit und schützen die frischen Triebe vor erneutem Stress.
Mähen Sie das erste Mal nicht zu radikal. Nehmen Sie höchstens ein Drittel der Halmlänge weg und wiederholen Sie den Schnitt bei Bedarf nach einigen Tagen. Ein zu tiefer Schnitt direkt nach der Erholung wirft den Rasen zurück.
Mähen Sie nie einen Rasen, der noch überwiegend braun in der Trockenruhe liegt. Der Schnitt entzieht Feuchtigkeit und schädigt die geschwächten Halme zusätzlich.
Schritt vier: Nachsaat erst im Spätsommer
Bleiben nach der Erholung kahle Stellen zurück, ist die Versuchung groß, sofort nachzusäen. Doch mitten im Sommer vertrocknen die zarten Keimlinge in der Hitze schnell. Warten Sie mit der Nachsaat bis zum Spätsommer oder Frühherbst.
Ab etwa Mitte August ist der Boden noch warm genug für eine rasche Keimung, während die Nächte kühler und die Feuchtigkeit höher werden. Unter diesen Bedingungen etablieren sich junge Gräser deutlich zuverlässiger als in der Sommerhitze.
Markieren Sie kahle Stellen mit kleinen Stäbchen, damit Sie sie im Spätsommer für die gezielte Nachsaat wiederfinden.
Was Sie jetzt unbedingt vermeiden sollten
Drei Maßnahmen schaden dem Rasen in der Erholungsphase besonders: Düngen, Vertikutieren und tiefes Mähen. Frischer Dünger belastet mit seinen Salzen die geschwächten Wurzeln, das Vertikutieren reißt die noch instabile Grasnarbe auf, und ein zu kurzer Schnitt raubt der Fläche den schützenden Schatten.
Geben Sie dem Rasen stattdessen Zeit und Wasser. Die Natur erledigt den Großteil der Arbeit von selbst, sobald das Wetter mitspielt. Erst wenn sich der Bestand sichtbar geschlossen und stabilisiert hat, sind Pflegemaßnahmen wie eine leichte Herbstdüngung wieder sinnvoll.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich nach der Hitzewelle wässern?
Ein bis zwei durchdringende Wassergaben pro Woche mit 10 bis 15 Litern pro Quadratmeter sind besser als tägliches oberflächliches Gießen. So erreicht das Wasser die Wurzeln und der Rasen bildet keine flachen Notwurzeln aus.
Darf ich den Rasen düngen, damit er sich schneller erholt?
Nicht sofort. Düngen Sie erst, wenn der Rasen sichtbar neu ausgetrieben hat und das Wetter kühler ist. Während der Erholung können die Salze im Dünger die geschwächten Gräser zusätzlich schädigen.
Wann darf ich nach der Hitze das erste Mal mähen?
Erst wenn der Rasen wieder aktiv wächst und neu ausgetrieben ist. Stellen Sie die Schnitthöhe dann auf vier bis fünf Zentimeter ein und nehmen Sie höchstens ein Drittel der Halmlänge auf einmal weg.
Muss ich kahle Stellen sofort nachsäen?
Nein. Eine Nachsaat mitten im Sommer scheitert meist, weil die Keimlinge in der Hitze vertrocknen. Verschieben Sie sie auf den Spätsommer oder Frühherbst, wenn der Boden warm und die Luft feuchter ist.
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Miriam Schöller kümmert sich um alles, was gemessen wird. Sie liest die Indizes des Deutschen Wetterdienstes, den Waldbrandgefahrenindex ebenso wie den Graslandfeuerindex, und erklärt, was die fünf Stufen für einen Sonntagnachmittag im Wald bedeuten.