Artenprofil · Wurzeltyp: Pfahlwurzel

Löwenzahn im Rasen entfernen: Pfahlwurzel und verdichteter Boden

Die Pflanze, die aus jedem Wurzelrest kräftiger zurückkommt

Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) zeigt verdichteten Boden mit dichter Bodenoberfläche an. Was daraus für Ihre Fläche folgt, welche Merkmale die Art von ihren Verwechslungspartnern trennen und ob das Vertikutieren bei ihr hilft, nichts bewirkt oder sie sogar vermehrt, steht auf dieser Seite. Regional begegnet sie Ihnen auch als Kuhblume, Butterblume, Pusteblume.

Steckbrief

Botanischer NameTaraxacum sect. Ruderalia
Blattformlänglich, tief und rückwärts gezähnt, in flacher Rosette am Boden
Wuchsformflach anliegende Rosette, Blütenstiele hohl und milchend
WurzeltypPfahlwurzel, im Hausgarten regelmäßig 20 cm und tiefer
BlütezeitHauptblüte April bis Mai, einzelne Blüten bis in den Herbst
Ausbreitungswegüber Flugsamen der Pusteblume, dazu Neuaustrieb aus Wurzelstücken
Zeigt anverdichteten Boden mit dichter Bodenoberfläche
VertikutierenErfasst sie nicht
Verwechselt mitSpitzwegerich

Zeigeraussage nach gängiger deutscher Gartenliteratur zu Rasenunkräutern; das Regenerationsverhalten der Pfahlwurzel ist in der Unkrautkunde beschrieben.

Woran Sie Löwenzahn erkennen

Die Blattrosette liegt flach dem Boden auf, und die Blätter sind tief eingeschnitten, wobei die Zähne nach RÜCKWÄRTS zur Blattbasis zeigen. Daher der Name, der auf Löwenzähne anspielt. Diese Zähnung variiert stark zwischen den Kleinarten und je nach Standort, im gemähten Rasen sind die Blätter oft schmaler und flacher als am Wegrand. Was immer gleich bleibt: Die Rosette sitzt bodennah und fest, sie lässt sich nicht wie ein Kleepolster abheben.

Der eindeutige Test ist der Milchsaft. Brechen Sie ein Blatt oder einen Blütenstiel: Aus der Bruchstelle tritt sofort weißer, klebriger Saft aus. Der Blütenstiel selbst ist hohl und unbeblättert, er trägt genau einen Blütenkorb. Das unterscheidet Löwenzahn zuverlässig von den ähnlich aussehenden Habichtskräutern und Ferkelkräutern, deren Stiele verzweigt oder beblättert sind.

Das dritte Merkmal steckt im Boden und erklärt alles Weitere: die Pfahlwurzel. Sie läuft senkrecht nach unten, ist im Hausgarten regelmäßig 20 Zentimeter und mehr lang, und sie ist an jeder Stelle regenerationsfähig. Wer eine Rosette abhebt und die Wurzel bei zehn Zentimetern abreißt, hat nicht die Pflanze entfernt, sondern nur ihren oberen Teil.

Verwechslungsgefahr: Beide bilden flache, fest sitzende Rosetten mit Pfahlwurzel und werden im ungeblühten Zustand oft verwechselt. Das Blatt entscheidet: Spitzwegerich hat schmale, LANZETTLICHE Blätter mit glattem Rand und drei bis sieben deutlich hervortretenden Längsnerven. Löwenzahn hat breitere, tief rückwärts gezähnte Blätter und führt Milchsaft, den der Spitzwegerich nicht hat. Zum Profil Spitzwegerich.

Was Löwenzahn über Ihren Boden verrät

Löwenzahn zeigt verdichteten Boden an, genauer eine dichte, feste Bodenoberfläche. Seine Pfahlwurzel durchdringt Schichten, an denen die flachen Faserwurzeln der Rasengräser scheitern, und erschließt Wasser und Nährstoffe unterhalb der Verdichtung. Auf einem lockeren, gut durchlüfteten Boden hat er diesen Vorteil nicht und bleibt unauffällig. Wo er dagegen in Reihen entlang von Laufwegen, an Einfahrten oder auf oft betretenen Zonen steht, hat er die Verdichtungskarte des Gartens gezeichnet.

Der Prüfschritt kostet eine Minute: Treiben Sie einen Spaten oder einen Schraubendreher neben einer Rosette senkrecht in den Boden. Geht es nur mit deutlichem Kraftaufwand und stoppt das Werkzeug in fünf bis zehn Zentimetern Tiefe an einer festen Schicht, ist die Verdichtung bestätigt. Vergleichen Sie mit einer Stelle, an der kein Löwenzahn steht, dann wird der Unterschied greifbar.

Die Maßnahme richtet sich deshalb gegen die Verdichtung, nicht gegen die Pflanze. Aerifizieren bricht die feste Schicht auf, und anschließendes Sanden hält die entstandenen Kanäle offen, statt sie beim ersten Regen wieder zuschlämmen zu lassen. Auf stark belasteten Zonen ist das eine wiederkehrende Arbeit, keine einmalige. Solange die Verdichtung bleibt, bleibt auch der Standortvorteil des Löwenzahns, ganz gleich wie viele Rosetten gestochen wurden.

Die Maßnahme dazu: Rasen aerifizieren und danach sanden. Die Lücken, die bei der Entnahme entstehen, gehören im selben Arbeitsgang geschlossen; wie viel Saatgut dafür nötig ist, rechnet der Saatgut-Rechner aus.

So werden Sie Löwenzahn los

Mechanisch führt an der vollständigen Entnahme der Pfahlwurzel kein Weg vorbei. Der Unkrautstecher wird dicht neben der Rosette senkrecht angesetzt, nicht schräg, und die Wurzel wird als Hebel angehoben statt gezogen. Ziel ist ein Wurzelstück von mindestens 15 Zentimetern Länge. Am leichtesten gelingt das NACH EINEM REGENGUSS bei weichem Boden; auf trockenem, hartem Grund reißt die Wurzel praktisch immer ab.

Der Grund für diese Sorgfalt ist konkret: Ein im Boden verbliebenes Wurzelstück treibt nicht nur nach, es treibt häufig MEHRTRIEBIG nach. Aus einer halbherzig abgerissenen Pflanze werden so zwei oder drei Rosetten, die zusammen kräftiger sind als die ursprüngliche. Das ist der häufigste Fehler bei dieser Art und der Grund, warum viele Gärten nach jahrelangem Jäten mehr Löwenzahn haben als am Anfang.

Der zweite mechanische Hebel ist zeitlich: Die Hauptblüte liegt im April und Mai, und jede Pusteblume liefert Hunderte flugfähige Samen, die weit über das eigene Grundstück hinausgehen. Wer nicht zum Ausstechen kommt, sollte wenigstens vor der Samenreife mähen. Pflegerisch gilt der Rest: Lücken sofort nachsäen, hoch mähen und die Verdichtung angehen, sonst besetzt der nächste Flugsamen dieselbe Stelle.

Vertikutieren gegen Löwenzahn: Erfasst sie nicht

Vertikutieren erfasst Löwenzahn NICHT. Die Messer laufen 2 bis 3 Millimeter tief und sind dafür gebaut, Rasenfilz und oberirdische Ausläufer anzuheben. Der Löwenzahn überdauert in einer Pfahlwurzel, die im Hausgarten regelmäßig 20 Zentimeter und tiefer reicht; die Maschine köpft im besten Fall die Rosette und lässt das Überdauerungsorgan unversehrt zurück. Schlimmer noch: Der Arbeitsgang legt offenen Boden frei, auf dem die Flugsamen der Art besonders gut keimen. Gegen Löwenzahn hilft der Unkrautstecher, nicht der Vertikutierer.

Termin, Messertiefe und Nachbereitung stehen im Ratgeber Rasen vertikutieren; warum eine Fläche nach dem Termin oft mehr Unkraut trägt als davor, erklärt Unkraut nach dem Vertikutieren.

Was nicht funktioniert

Die Fehlversuche beim Löwenzahn haben eine gemeinsame Tiefe: Sie alle bleiben oberhalb der Pfahlwurzel. Was darüber geschieht, kann die Pflanze ersetzen, und ein angerissenes Wurzelstück ersetzt sie sogar mehrfach. Deshalb ist der Löwenzahn die Art, bei der jahrelanges Bemühen am zuverlässigsten zu mehr Pflanzen führt als am Anfang.

  • Vertikutieren. Die Messer erreichen die Pfahlwurzel nicht und öffnen zusätzlich den Boden, auf dem die Flugsamen keimen.
  • Halbherziges Abreißen der Rosette. Das verbleibende Wurzelstück treibt nach, oft mehrtriebig, und die Pflanze kommt kräftiger zurück als vorher.
  • Ausstechen bei trockenem, hartem Boden. Die Wurzel reißt fast immer ab; nach einem Regenguss gelingt derselbe Griff vollständig.
  • Häufiger Mähen als Dauerlösung. Die Rosette liegt unter jeder Schnitthöhe; der Mäher verhindert nur das Absamen.
  • Jäten ohne Aerifizieren. Solange die verdichtete Schicht bleibt, bleibt auch der Standortvorteil, und der nächste Flugsamen besetzt dieselbe Stelle.

Vorbeugen

Vorbeugen heißt beim Löwenzahn zweierlei gleichzeitig: die Verdichtung angehen, die ihm den Standortvorteil gibt, und die Flugsamen abwehren, die jedes Jahr neu ankommen. Die zweite Aufgabe endet nie, weil die Samen von außerhalb des Grundstücks kommen; die erste dagegen lässt sich abschließen, und danach findet der Flugsamen keinen Ansatz mehr.

  • Verdichtete Zonen jährlich aerifizieren und anschließend sanden
  • Vor der Samenreife im Mai mähen, wenn das Ausstechen nicht zu schaffen ist
  • Nach jedem Ausstechen die Lücke auffüllen, andrücken und nachsäen
  • Schnitthöhe bei 4 bis 5 cm halten, damit Flugsamen kein Licht auf dem Boden finden
  • Laufwege und Einfahrten als Dauerproblemzonen behandeln, dort tritt die Art zuerst auf

Häufige Fragen zu Löwenzahn

Hilft Vertikutieren gegen Löwenzahn?

Nein. Die Messer laufen 2 bis 3 mm tief und erreichen die Pfahlwurzel nicht, die im Hausgarten regelmäßig 20 cm und tiefer reicht. Die Rosette wird im besten Fall geköpft, die Pflanze treibt aus der Wurzel nach. Zusätzlich legt der Arbeitsgang offenen Boden frei, auf dem die Flugsamen gut keimen.

Warum kommt Löwenzahn nach dem Ausreißen kräftiger zurück?

Weil die Pfahlwurzel an jeder Stelle regenerationsfähig ist. Reißt sie beim Ziehen ab, treibt das verbliebene Stück nach, häufig mit mehreren Trieben statt einem. Aus einer Pflanze werden dann zwei oder drei, die zusammen kräftiger sind als die ursprüngliche Rosette.

Wann lässt sich Löwenzahn am besten ausstechen?

Nach einem Regenguss, bei weichem Boden. Dann lässt sich der Unkrautstecher senkrecht neben der Rosette ansetzen und die Wurzel als Ganzes anheben. Auf trockenem, hartem Boden reißt sie praktisch immer ab, und genau das führt zum mehrtriebigen Neuaustrieb.

Was sagt Löwenzahn über meinen Boden aus?

Dass er verdichtet ist und eine dichte Oberfläche hat. Seine Pfahlwurzel durchdringt Schichten, an denen die flachen Wurzeln der Rasengräser scheitern. Wo er in Reihen entlang von Laufwegen oder Einfahrten steht, hat er die Verdichtungszonen des Gartens sichtbar gemacht.

Wie tief muss ich die Wurzel entfernen?

Mindestens 15 Zentimeter, besser mehr. Kürzere Reste treiben zuverlässig nach. Der Stecher gehört dicht neben die Rosette und senkrecht in den Boden, und die Wurzel wird gehoben statt gezogen. Die entstandene Lücke anschließend sofort auffüllen und nachsäen.

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Alle Angaben sind Richtwerte nach den genannten Fachquellen und ersetzen weder eine Bodenuntersuchung noch eine gartenbauliche Beratung. Zeigerpflanzen liefern Hinweise, keine Messwerte.

Gärtnermeister & Rasenpflege-Experte

Bernd Sattler schreibt bei Rasensaison über die Praxis: mähen, wässern, düngen, vertikutieren, nachsäen. Er beantwortet die Fragen, die im Garten wirklich auftauchen, und nennt lieber eine Menge in Millimetern als einen Ratschlag ohne Maß.

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