Sommer · 6 Min. · Einsteiger

Rasen bei Hitze düngen? Wann der nächste Termin sinnvoll ist

Warum Dünger in der Hitzewelle schadet und wann Sie wieder loslegen dürfen

Ein gestresster, bräunlicher Rasen verleitet dazu, mit einer Extraportion Dünger nachzuhelfen. Doch während einer Hitzewelle ist Düngen kontraproduktiv und kann sogar Schaden anrichten. Die Salze im Dünger entziehen den geschwächten Gräsern Wasser. Dieser Ratgeber erklärt, warum Sie warten sollten und wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Auf einen Blick

MerkmalEmpfehlung
ZeitpunktErst nach der Hitze bei kühlerem Wetter
HäufigkeitWährend der Hitzewelle gar nicht düngen
WerkzeugStreuwagen, kaliumbetonter Langzeitdünger
DauerNach dem Düngen durchdringend einwässern

Warum Düngen in der Hitze gefährlich ist

Mineralische Dünger bestehen zu einem großen Teil aus Salzen. Diese Salze binden Wasser und erhöhen die Salzkonzentration im Boden. Bei ausreichender Feuchtigkeit ist das kein Problem, doch in einer Hitzewelle mit trockenem Boden kann die Konzentration so stark ansteigen, dass sie den Wurzeln Wasser entzieht.

Das Ergebnis sind Verbrennungen: Der Rasen zeigt gelbe bis braune Streifen oder Flecken, oft genau dort, wo der Dünger ausgebracht wurde. Ein bereits durch Trockenheit geschwächter Rasen ist besonders anfällig für solche Schäden.

Achtung

Bringen Sie während einer Hitzewelle keinen Dünger aus, auch nicht in kleinen Mengen. Das Verbrennungsrisiko für die geschwächten Gräser ist zu hoch.

Zuerst prüfen

Prüfen Sie zuerst, ob bei Ihnen ein Bewässerungsverbot gilt. In über 40 Landkreisen ist die Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen derzeit eingeschränkt, bevor Sie den Sprenger aufstellen.

Ist mein Landkreis betroffen? Alle Kreise prüfen →

Warum Dünger ohne Wasser den Rasen verbrennt

Damit Nährstoffe überhaupt aufgenommen werden können, müssen sie im Bodenwasser gelöst und zu den Wurzeln transportiert werden. In einem ausgetrockneten Boden fehlt dafür schlicht das Wasser. Der Dünger bleibt ungelöst liegen oder erhöht die Salzkonzentration, statt zu wirken.

Hinzu kommt, dass ein Rasen in der Trockenruhe sein Wachstum eingestellt hat. Er kann die zusätzlichen Nährstoffe gar nicht verarbeiten. Düngen zu diesem Zeitpunkt bedeutet also nicht nur ein Risiko, sondern auch verschenkten Aufwand.

Tipp

Wenn Sie außerhalb der Hitze düngen, wässern Sie den Rasen anschließend durchdringend. So gelangen die Nährstoffe in den Boden und das Verbrennungsrisiko sinkt.

Wann Sie wieder düngen dürfen

Der richtige Zeitpunkt kommt, wenn die Hitzewelle vorüber ist, das Wetter kühler und feuchter wird und der Rasen sichtbar neu ausgetrieben hat. Ein aktiv wachsender, grüner Rasen kann die Nährstoffe aufnehmen und verwerten.

Warten Sie also, bis sich der Rasen erholt hat, und wählen Sie einen bewölkten Tag, an dem für die Folgezeit Regen angekündigt ist oder an dem Sie anschließend wässern können. So verbindet sich der Dünger mit ausreichend Feuchtigkeit und die Gefahr von Verbrennungen ist gebannt.

Tipp

Ein Blick auf die Wettervorhersage lohnt sich: Düngen Sie kurz vor einem angekündigten Landregen, dann übernimmt der Regen das Einwässern für Sie.

Der richtige Dünger nach der Hitze

Nach einem heißen, trockenen Sommer profitiert der Rasen im weiteren Jahresverlauf von einer kaliumbetonten Düngung. Kalium stärkt die Zellwände der Gräser und erhöht ihre Widerstandskraft gegen Trockenheit und später gegen Kälte.

Ein stickstoffbetonter Dünger, der starkes Blattwachstum anregt, ist dagegen erst wieder sinnvoll, wenn der Rasen stabil wächst und keine Hitzeperiode mehr droht. Setzen Sie auf Langzeitdünger, die ihre Nährstoffe gleichmäßig abgeben und die Gefahr einer Überdosierung verringern.

Was tun bei einer Düngerverbrennung?

Ist der Schaden bereits entstanden, hilft vor allem eines: durchdringend wässern. Reichlich Wasser verdünnt die Salzkonzentration im Boden und spült überschüssige Salze aus dem Wurzelbereich. Wässern Sie die betroffene Fläche mehrere Tage in Folge kräftig.

Leichte Verbrennungen wachsen sich mit der Zeit aus, sobald der Rasen wieder wächst. Bleiben nach der Erholung kahle Stellen zurück, säen Sie diese im Spätsommer oder Frühherbst nach, wenn die Bedingungen für die Keimung günstig sind.

Tipp

Je schneller Sie nach einer Überdüngung wässern, desto besser. Die Salze werden so verdünnt, bevor sie den Wurzeln dauerhaft schaden.

Häufige Fragen

Darf ich den Rasen während einer Hitzewelle düngen?

Nein. Die Salze im Dünger können den geschwächten Gräsern im trockenen Boden Wasser entziehen und zu Verbrennungen führen. Warten Sie, bis der Rasen sich erholt hat und das Wetter kühler und feuchter ist.

Wann kann ich nach der Hitze wieder düngen?

Sobald die Hitzewelle vorüber ist, der Rasen neu ausgetrieben hat und aktiv wächst. Wählen Sie einen bewölkten Tag mit angekündigtem Regen oder wässern Sie nach dem Düngen durchdringend.

Was hilft, wenn der Rasen bereits Düngerverbrennungen zeigt?

Wässern Sie die betroffene Fläche mehrere Tage in Folge durchdringend. Das verdünnt die Salze im Boden und spült sie aus dem Wurzelbereich. Kahle Stellen säen Sie später im Spätsommer oder Frühherbst nach.

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Klima- & Datenredakteurin

Miriam Schöller kümmert sich um alles, was gemessen wird. Sie liest die Indizes des Deutschen Wetterdienstes, den Waldbrandgefahrenindex ebenso wie den Graslandfeuerindex, und erklärt, was die fünf Stufen für einen Sonntagnachmittag im Wald bedeuten.

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