Rasen bei 30 Grad mähen? Warum das dem Rasen schadet
Warum Hitze und Mäher nicht zusammenpassen und wie hoch Sie schneiden sollten
An heißen Sommertagen steht der Rasenmäher oft schon bereit, doch bei 30 Grad ist Mähen genau das Falsche. Der Schnitt belastet das ohnehin gestresste Gras und lässt es schneller vertrocknen. Wer trotzdem mähen muss, sollte auf Zeitpunkt und Schnitthöhe achten. Auch die Frage nach dem Mulchmähen beantwortet dieser Ratgeber.
- Auf einen Blick
- Warum Mähen in der Hitze schadet
- Der bessere Zeitpunkt zum Mähen im Sommer
- Die richtige Schnitthöhe im Sommer
- Mulchmähen bei Hitze: sinnvoll oder nicht?
- Weitere Pflege an heißen Tagen
- Häufige Fragen
Auf einen Blick
| Merkmal | Empfehlung |
|---|---|
| Zeitpunkt | Nicht bei Hitze, lieber am kühlen Morgen |
| Häufigkeit | Nur wenn der Rasen aktiv wächst |
| Werkzeug | Rasenmäher, Schnitthöhe 4 bis 5 Zentimeter |
| Dauer | Ein Mähgang, höchstens ein Drittel der Halmlänge |
Warum Mähen in der Hitze schadet
Jeder Schnitt ist eine Verletzung für die Grashalme. Über die Schnittflächen verdunstet zusätzlich Feuchtigkeit, die dem Rasen in der Hitze ohnehin fehlt. Ein bei 30 Grad frisch gemähter Rasen trocknet dadurch schneller aus und bräunt leichter.
Hinzu kommt, dass kürzere Halme den Boden weniger beschatten. Der Boden erwärmt sich stärker und verliert mehr Wasser. Die kurze Grasnarbe hat es also gleich doppelt schwer, mit der Hitze fertigzuwerden. Deshalb gilt bei ausgeprägter Hitze: nicht mähen.
Mähen Sie niemals einen bereits braunen Rasen in Trockenruhe. Das entzieht ihm die letzten Reserven und kann geschwächte Halme endgültig absterben lassen.
Prüfen Sie zuerst, ob bei Ihnen ein Bewässerungsverbot gilt. In über 40 Landkreisen ist die Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen derzeit eingeschränkt, bevor Sie den Sprenger aufstellen.
Der bessere Zeitpunkt zum Mähen im Sommer
Verschieben Sie das Mähen auf einen kühleren, bewölkten Tag oder auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden. Dann ist die Verdunstung geringer und der Rasen steckt den Schnitt besser weg.
Ideal ist ein Zeitpunkt nach einer Regenphase oder nach durchdringender Bewässerung, wenn der Rasen wieder aktiv wächst. Ein Rasen, der aus der Trockenruhe kommt, sollte erst gemäht werden, wenn er sichtbar neu ausgetrieben ist und die grüne Farbe zurückgekehrt ist.
Mähen Sie an heißen Tagen am frühen Morgen, wenn der Tau abgetrocknet ist. Der Rasen ist dann noch nicht durch die Mittagshitze gestresst.
Die richtige Schnitthöhe im Sommer
Im Sommer und besonders nach Hitzephasen sollten Sie den Rasen höher stehen lassen als sonst. Eine Schnitthöhe von vier bis fünf Zentimetern hat sich bewährt. Längere Halme beschatten den Boden, halten die Feuchtigkeit und schützen die Wurzeln vor der Sonne.
Ein zu kurz geschorener Rasen dagegen heizt sich auf, verdunstet mehr Wasser und wird anfälliger für braune Stellen. Nehmen Sie bei jedem Mähgang höchstens ein Drittel der Halmlänge weg, damit der Rasen nicht überfordert wird.
Kontrollieren Sie die Schnitthöhe Ihres Mähers mit einem Zollstock. Viele Geräte schneiden tiefer, als die Einstellung vermuten lässt.
Mulchmähen bei Hitze: sinnvoll oder nicht?
Beim Mulchmähen bleibt das fein zerkleinerte Schnittgut auf der Fläche liegen. Im Sommer hat das einen Vorteil: Die Mulchschicht beschattet den Boden leicht und bremst die Verdunstung, außerdem gelangen Nährstoffe zurück in den Kreislauf.
Damit das funktioniert, sollten Sie nur trockenes Gras und nur kleine Mengen mulchen. Mähen Sie deshalb regelmäßig, sobald der Rasen wieder wächst, damit die Halme nicht zu lang werden. Nasses oder zu langes Schnittgut verklumpt dagegen und kann die Grasnarbe ersticken.
Mulchen Sie keinen nassen Rasen und keine langen Halme. Das Schnittgut legt sich sonst als dichte Matte auf die Grasnarbe und fördert Fäulnis.
Weitere Pflege an heißen Tagen
Statt zu mähen, konzentrieren Sie sich in Hitzephasen auf die Wasserversorgung. Wässern Sie früh am Morgen durchdringend und lassen Sie die Halme lang, damit sie den Boden beschatten. So kommt der Rasen deutlich besser durch den Sommer.
Verzichten Sie in dieser Zeit auch auf andere belastende Maßnahmen wie Düngen und Vertikutieren. Der Rasen sollte seine Energie in die Trockenheitstoleranz stecken, nicht in die Reparatur unnötiger Wunden. Sobald sich das Wetter beruhigt, nehmen Sie den gewohnten Mährhythmus wieder auf.
Häufige Fragen
Darf ich meinen Rasen bei 30 Grad mähen?
Besser nicht. Der Schnitt entzieht dem gestressten Rasen Feuchtigkeit und lässt ihn schneller vertrocknen. Warten Sie einen kühleren Tag oder die Morgenstunden ab und lassen Sie das Gras vier bis fünf Zentimeter lang stehen.
Wie hoch sollte ich den Rasen im Sommer schneiden?
Vier bis fünf Zentimeter sind im Sommer ideal. Längere Halme beschatten den Boden, halten die Feuchtigkeit und schützen die Wurzeln. Nehmen Sie pro Mähgang höchstens ein Drittel der Halmlänge weg.
Ist Mulchmähen bei Hitze sinnvoll?
Ja, wenn Sie nur trockenes und kurzes Gras mulchen. Die feine Mulchschicht beschattet den Boden und bremst die Verdunstung. Nasses oder langes Schnittgut sollten Sie dagegen nicht liegen lassen, es verklumpt und erstickt die Grasnarbe.
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Alle Ratgeber-Tipps gelten allgemein für Deutschland. Für klimazonespezifische Empfehlungen finden Sie Ihren lokalen Rasenpflege-Kalender.

Miriam Schöller kümmert sich um alles, was gemessen wird. Sie liest die Indizes des Deutschen Wetterdienstes, den Waldbrandgefahrenindex ebenso wie den Graslandfeuerindex, und erklärt, was die fünf Stufen für einen Sonntagnachmittag im Wald bedeuten.