Wasserentnahme Solothurn: Vier Gewässer vollständig gesperrt
Teilsperrungen
Am gesamten Wasserlauf der Dünnern, des Mümliswillerbachs, des Mittelgäubachs und des Chrebskanals ist die Wasserentnahme verboten — ausdrücklich auch die landwirtschaftliche. Bereits seit dem 8. Juli 2026 sind Entnahmen aus Oberflächengewässern im Kanton teilweise eingeschränkt oder verboten.
Regierungsrat des Kantons Solothurn · seit 11. August 2026 · bis auf Weiteres · geprüft am 16.08.2026
Solothurn ist der Kanton, an dem sich zeigt, wie weit ein Entnahmeverbot reichen kann: Der Regierungsrat hat am 11. August 2026 die Wasserentnahme an vier benannten Gewässern vollständig untersagt und dabei ausdrücklich auch die Landwirtschaft einbezogen. In den meisten Verfügungen ist gerade sie der Fall, der über eine Bewilligung weiterlaufen darf.
Begründet wird das mit Messwerten, nicht mit einer Prognose: Der Pegel der Dünnern liegt deutlich unter der Mindestrestwassermenge, die Gewässer erwärmen sich kritisch, während der Wasserstand fällt, und relevante Niederschläge sind nicht absehbar. Für Fische und andere Wassertiere ist das die gefährliche Kombination.
Bemerkenswert ist die Aufhebungsbedingung. Der Kanton knüpft sie an zwei Grössen zugleich: Das Verbot wird erst aufgehoben, wenn sich Wasserstand UND Wassertemperatur nachhaltig verbessert haben. Ein einzelner Regentag hebt es also nicht auf — auch dann nicht, wenn der Pegel kurz steigt.
Die Verfügungen im Einzelnen
Dieser Kanton hat nicht einmal verfügt, sondern in Stufen. Jede Stufe gilt bis auf Widerruf, keine hebt die vorherige auf — deshalb stehen sie hier einzeln mit ihrem Datum.
- 8. Juli 2026 — Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern werden im Kanton teilweise eingeschränkt oder verboten. Der Kanton verweist auf die Trockenheits-Warnung der Stufe 4 für weite Teile der Schweiz.
- 11. August 2026 — Am gesamten Wasserlauf der Dünnern, des Mümliswillerbachs, des Mittelgäubachs und des Chrebskanals ist die Wasserentnahme ab sofort bis auf Weiteres verboten — einschliesslich der landwirtschaftlichen Entnahmen.
Grundwasser und Quellen
Die Beschlüsse betreffen die genannten Oberflächengewässer. Zu Grundwasser und Quellen treffen sie keine Aussage.
Was ein Verstoss kostet
Die Mitteilung des Kantons nennt keine Busse.
Was diese Seite nicht abdeckt
Wir bilden die beiden Beschlüsse des Regierungsrats ab. Ob weitere Gewässer hinzugekommen sind, steht in den Medienmitteilungen des Kantons. Trinkwasser-Einschränkungen regeln die Gemeinden.
Häufige Fragen zum Wasserentnahmeverbot im Kanton Solothurn
Gilt im Kanton Solothurn ein Wasserentnahmeverbot?
Teilweise. Am gesamten Wasserlauf der Dünnern, des Mümliswillerbachs, des Mittelgäubachs und des Chrebskanals ist die Wasserentnahme verboten — ausdrücklich auch die landwirtschaftliche. Bereits seit dem 8. Juli 2026 sind Entnahmen aus Oberflächengewässern im Kanton teilweise eingeschränkt oder verboten.
Wer hat die Regelung im Kanton Solothurn erlassen?
Zuständig ist Regierungsrat des Kantons Solothurn. Die Regelung gilt seit dem 11. August 2026, bis auf Weiteres.
Was kostet ein Verstoss im Kanton Solothurn?
Die Mitteilung des Kantons nennt keine Busse.
Was deckt diese Seite nicht ab?
Wir bilden die beiden Beschlüsse des Regierungsrats ab. Ob weitere Gewässer hinzugekommen sind, steht in den Medienmitteilungen des Kantons. Trinkwasser-Einschränkungen regeln die Gemeinden.
Weitere geprüfte Kantone
- Thurgau — Kantonales Verbot
- St. Gallen — Kantonales Verbot
- Bern — Teilsperrungen
- Aargau — Teilsperrungen
- Zürich — Kein kantonales Verbot
- Basel-Landschaft — Kantonales Verbot
Zur Übersicht der fünf geprüften Kantone. Für Deutschland führen wir eine vollständige Erhebung: Bewässerungsverbote in Deutschland.

Annika Reuter betreut bei Rasensaison alles, was mit Wasserrecht zu tun hat. Sie verfolgt, welche Landkreise und kreisfreien Städte die Wasserentnahme einschränken, und übersetzt die Allgemeinverfügungen in Sätze, die auch ohne juristische Vorbildung tragen.