Bewässerungsverbot in Nordrhein-Westfalen

13 Kreise mit Verbot, 1 teilweise, 53 insgesamt in Nordrhein-Westfalen.

In Nordrhein-Westfalen sind derzeit 14 von 53 Kreise betroffen: 13 mit einem aktiven Verbot, 1 mit Teileinschränkungen. Verbote werden vom jeweiligen Landkreis per Allgemeinverfügung erlassen, nicht landesweit. Prüfen Sie deshalb immer Ihren eigenen Kreis in der Tabelle unten.

Verbote aktiv: 13 von 53 Kreise betroffen

Kreise mit Verbot13
Teilweise1
Kreise gesamt53

53 Kreise in Nordrhein-Westfalen

KreisStatusRegelung
Hochsauerlandkreis AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 31. Oktober 2026
Köln AktivAlle 24 eingeschränkt · bis 31. Oktober 2026
Kreis Borken AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 31. Oktober 2026
Kreis Düren AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 30. September 2026
Kreis Euskirchen AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 30. September 2026
Kreis Mettmann AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 30. September 2026
Kreis Siegen-Wittgenstein AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 30. November 2026
Märkischer Kreis AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 31. Oktober 2026
Oberbergischer Kreis AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 31. Oktober 2026
Rhein-Erft-Kreis AktivOberflächengewässer eingeschränkt · bis auf Widerruf
Rhein-Sieg-Kreis AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 31. Oktober 2026
Rheinisch-Bergischer Kreis AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 30. September 2026
Städteregion Aachen AktivOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis 30. September 2026
Kreis Herford TeilweiseOberflächengewässer eingeschränkt · Gießkanne erlaubt · bis auf Widerruf
Bielefeld Kein Verbot
Bochum Kein Verbot
Bonn Kein Verbot
Bottrop Kein Verbot
Dortmund Kein Verbot
Duisburg Kein Verbot
Düsseldorf Kein Verbot
Ennepe-Ruhr-Kreis Kein Verbot
Essen Kein Verbot
Gelsenkirchen Kein Verbot
Hagen Kein Verbot
Hamm Kein Verbot
Herne Kein Verbot
Krefeld Kein Verbot
Kreis Coesfeld Kein Verbot
Kreis Gütersloh Kein Verbot
Kreis Heinsberg Kein Verbot
Kreis Höxter Kein Verbot
Kreis Kleve Kein Verbot
Kreis Lippe Kein Verbot
Kreis Minden-Lübbecke Kein Verbot
Kreis Olpe Kein Verbot
Kreis Paderborn Kein Verbot
Kreis Recklinghausen Kein Verbot
Kreis Rhein-Kreis Neuss Kein Verbot
Kreis Soest Kein Verbot
Kreis Steinfurt Kein Verbot
Kreis Unna Kein Verbot
Kreis Viersen Kein Verbot
Kreis Warendorf Kein Verbot
Kreis Wesel Kein Verbot
Leverkusen Kein Verbot
Mönchengladbach Kein Verbot
Mülheim an der Ruhr Kein Verbot
Münster Kein Verbot
Oberhausen Kein Verbot
Remscheid Kein Verbot
Solingen Kein Verbot
Wuppertal Kein Verbot

So funktioniert ein Wasserentnahmeverbot in Nordrhein-Westfalen

Ein Verbot entsteht in Nordrhein-Westfalen nicht im Landtag, sondern in der unteren Wasserbehörde eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt. Sinkt bei anhaltender Trockenheit der Abfluss eines Gewässers unter einen kritischen Wert, erlässt die Behörde eine Allgemeinverfügung: ein Verwaltungsakt, der ohne Anhörung des Einzelnen für alle im Kreisgebiet gilt, sobald er öffentlich bekannt gemacht ist.

Rechtsgrundlage sind Paragraf 93 Landeswassergesetz NRW in Verbindung mit Paragraf 100 Wasserhaushaltsgesetz. Die Wasserbehörde kann die Entnahme aus oberirdischen Gewässern bei Niedrigwasser beschränken.

Die Verfügung nennt immer den Geltungsbereich, welche Gewässer betroffen sind, welche Entnahmen verboten sind und wie lange die Regel gilt. Meist zielt sie auf das Abpumpen und den Schlauch aus Bach, Fluss oder Teich; das Schöpfen mit der Gießkanne bleibt häufig erlaubt, weil es zum wasserrechtlichen Gemeingebrauch zählt. Verbindlich ist aber immer der Wortlaut der Verfügung Ihres Kreises.

Zuständigkeit und Pegelstände

Hochwasserportal.NRW (LANUK)

Trockenheit und Grundwasser in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen leidet 2026 unter anhaltender Trockenheit. Nach Angaben des Umweltportals NRW führt die Trockenheit der vergangenen Wochen in vielen Kreisen zu Einschränkungen der privaten Wasserentnahme. Am 26. Juni 2026 lag die Waldbrandgefahr laut Landesregierung flächendeckend auf Stufe 3. Der Hydrologische Status des Landesamtes LANUK zum 31. Mai 2026 dokumentiert die angespannte Lage bei Flüssen, Grundwasser und Böden. Niedrige Rheinpegel schränken zudem die Binnenschifffahrt ein.

Quelle: Umweltportal NRW / LANUK

Was bei einem Verbot im Garten erlaubt bleibt

Ein Wasserentnahme- oder Bewässerungsverbot zielt fast immer auf das Oberflächenwasser: Pumpe und Schlauch aus Bach, Fluss oder Teich. Was in Nordrhein-Westfalen in aller Regel erlaubt bleibt, ist das Gießen mit der Kanne aus dem Hausanschluss, gesammeltes Regenwasser aus Tonne oder Zisterne und, wo Zeitfenster gelten, das Wässern in den kühlen Morgen- und Abendstunden. Verboten ist meist das großflächige Sprengen mit dem Rasensprenger und das Abpumpen aus dem Gewässer.

Für den Rasen heißt das: seltener, dafür durchdringend wässern, den Schnitt bei Hitze höher stellen und auf Regenwasser setzen. Trockener, brauner Rasen ist kein toter Rasen; er treibt nach dem nächsten Landregen wieder aus. Prüfen Sie im Zweifel die genaue Regel Ihres Kreises.

Darf ich meinen Rasen noch gießen? → · Rasen richtig wässern →

Die größten Kreise in Nordrhein-Westfalen

Prüfen Sie den Stand direkt für Ihren Kreis. Diese sechs sind die einwohnerstärksten in Nordrhein-Westfalen.

Wasserentnahmeverbote 2025 in Nordrhein-Westfalen

Der Trockensommer 2025 hat in Nordrhein-Westfalen bereits zu Verboten geführt. Das zeigt, wie schnell aus einer Niedrigwasserlage eine Verfügung wird, und in welchen Kreisen das zuletzt der Fall war.

Häufige Fragen zu Nordrhein-Westfalen

Gilt ein Bewässerungsverbot in ganz Nordrhein-Westfalen?

Nein. Verbote werden in Nordrhein-Westfalen nicht landesweit erlassen, sondern von der unteren Wasserbehörde des jeweiligen Landkreises oder der kreisfreien Stadt per Allgemeinverfügung. Zwei Nachbarkreise können deshalb unterschiedliche Regeln haben.

Auf welcher Rechtsgrundlage geschieht das?

Rechtsgrundlage sind Paragraf 93 Landeswassergesetz NRW in Verbindung mit Paragraf 100 Wasserhaushaltsgesetz. Die Wasserbehörde kann die Entnahme aus oberirdischen Gewässern bei Niedrigwasser beschränken.

Darf ich in Nordrhein-Westfalen mit der Gießkanne gießen?

In den meisten Kreisen ja: Das Schöpfen mit Handgefäßen zählt zum wasserrechtlichen Gemeingebrauch und wird selten untersagt. Einzelne Kreise verbieten es ausdrücklich mit. Prüfen Sie die Seite Ihres Kreises.

Wo finde ich die aktuellen Pegelstände in Nordrhein-Westfalen?

Das Land betreibt dafür ein eigenes Portal: Hochwasserportal.NRW (LANUK). Dort sehen Sie die aktuelle Niedrigwasserlage.

Was kostet ein Verstoß in Nordrhein-Westfalen?

Verstöße gegen eine wasserrechtliche Allgemeinverfügung sind Ordnungswidrigkeiten. Der Bußgeldrahmen reicht je nach Bundesland und Verfügung bis 50.000 oder sogar 100.000 Euro. Die konkrete Höhe steht in der jeweils geltenden Verfügung.

Stand: 14. August 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die Allgemeinverfügung des Landkreises.